
Man schreibt das Jahr 3430 des Zweiten Zeitalters.
Von einer friedlichen Zeit ist schon lange nicht mehr zu sprechen. Schon seit vielen Jahren kämpfen Elben und Menschen gegen Sauron und seine Heerscharen. Nun schließen diese Völker das Letzte Bündnis zwischen Elben und Menschen.
Elf Jahre später wird Sauron von Elendil und Gil-galad niedergeworfen und es scheint eine Zeit des Friedens bevorzustehen.
Zu dieser Zeit hatte Umbariel bereits viel gesehen und erlebt. Und niemals sollte diese Zeit in Vergessenheit geraten.
Bis zum Ende des Wachsamen Friedens im Jahre 2460 des Dritten Zeitalters tat sie das Ihre, den Frieden zu erhalten, doch Saurons Rückkehr nach Dol Guldur machten ihre Hoffnungen zu nichte.
Einige Zeit verstrich, nicht weniges geschah, bis sie etwa 500 Jahre später Bruchtal verlies, um wieder in den Kampf gegen das Dunkel zu ziehen.
Auf ihren Reisen war sie nicht lange allein, sie fand Gefährten, edle Recken der freien Völker, die mit der Hoffnung im Herzen ebenfalls gegen Mordors Schergen ausgezogen waren.
Mit den meisten verbrachte sie nur kurze Zeit doch mit einigen wenigen ging sie viele Wege gemeinsam.
Unter jenen befand sich Cendo, ein Barde der Menschen. Sie beide verbindet nicht nur ein gemeinsames Ziel, auch den Wunsch, nicht allein ziehen zu müssen, teilen sie. Und so verbündeten sie sich, die Elbin und der Mensch, und erlebten vieles gemeinsam.
Eines Tages rasteten beide in einem Hain. Es war eine laue Nacht, die Sterne schienen durch die Blätter der Bäume. Es war als sei die Welt in Ordnung.
Das Lagerfeuer knisterte und knackte leise, während der Tee darüber köchelte. Leise unterhielten sich beide.
Vieles besprachen sie, erzählten Geschichten und sannen über Zukünftiges und Vergangenes und es kam die Erinnerung an das Letzte Bündnis, an den Kampf mit Saurons Heeren, zur Sprache.
Doch die Zeit der Elben neigt sich dem Ende zu, viele fuhren bereits in den Westen, einige sind dahin unterwegs. Die Zeiten haben sich geändert, das Zeitalter der Menschen steht bevor.
Es wird kein Bündnis mehr geben können wie einst. Dennoch, Umbariel und Cendo fühlen sich Mittelerde verbunden und wollen für den Frieden und die Freiheit kämpfen.
Die Zeiten sind dunkel, meinte Umbariel, doch gibt es auch Licht. Die Sterne funkelten...
Cendo sang leise ein Lied.
Sicher wird Sauron besiegt werden, so alle freien Völker zusammen halten, die Zeit des Friedens wird kommen, dessen war sich Cendo sicher.
So sprachen sie noch lange bevor sie ruhten.
Früh wollten sie aufbrechen, noch vor dem Morgengrauen erwachten sie. Und als sie loszogen, gingen sie dem Morgenrot entgegen und fühlten dabei Hoffnung und Zuversicht. Eine neue Zeit steht bevor, eine gute Zeit, die Zeit der Menschen. Das Dunkel wird besiegt werden, das Vergangene vergangen bleiben.
So gründeten sie den Bund der freien Völker, die Gemeinschaft ‚Morgenrot’ – im Gedenken an diese Nacht und die Zuversicht, die sie bei ihrem Aufbruch verspürten.
Möge Earendils Stern dem Ziel ihrer Wege leuchten. Elen síla lúmenn’ omentielvo, ein Stern scheint auf die Stunde unserer Begegnung – der Gruß der Elben sollte zum Leitsatz der Gemeinschaft werden.
